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ARD-Beitrag "Heilpraktiker: Quacksalber oder sanfte Alternative"

Stellungnahme des Vorstandes Freie Heilpraktiker e.V. zur ARD-Sendung Heilpraktiker: Quacksalber oder sanfte Alternative vom 9.11.2020 20:15 Uhr

Todesfälle aus Behandlungsfehlern durch Heilbehandler - egal ob Heilpraktiker oder Arzt - sind die schwerste und schlimmste Folge, die wir uns überhaupt nur vorstellen können. Patient/innen kommen zu uns, um Hilfe zu erfahren. Sie können und müssen davon ausgehen, dass fachlich und sachlich kompetent gehandelt wird.

Die 2. große Strafkammer des Landgerichts Krefeld hat nun mit Urteil vom 15.07.2019 den 61 Jahre alten Angeklagten Klaus R. aus Moers wegen fahrlässiger Tötung in 3 Fällen (2016), jeweils in Tateinheit mit fahrlässigen Herstellens verfälschter Arzneimittel zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Unser Vertrauen in die Objektivität und Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens und einer umfassenden Aufklärung der Vorgänge sind nicht enttäuscht worden.

In Teilen der öffentlichen Debatte um die Rechtsgrundlagen und Kompetenzen der Heilpraktiker/innen wurde und wird der Fall gerne benutzt, um alle Heilpraktiker/innen in eine Art Sippenhaft zu nehmen und offenbar lang gehegte Wünsche nach Einschränkung unserer Behandlungsmöglichkeiten zu verwirklichen.

Der ARD-Beitrag vom 9.11.2020 lässt zudem aus unserer Sicht wesentliche Elemente einer journalistischen Sorgfalt vermissen. U.a. werden die Änderungen des Heilpraktiker-Gesetzes 2017/2018, die Einführung der bundeseinheitlichen Überprüfungsleitlinien und die Änderungen im Arzneimittelgesetz (z.B. § 5: Verbot, bedenkliche Arzneimittel anzuwenden) verschwiegen, wären aber für eine Einordnung der Geschehnisse und Entwicklungen sehr wichtig. Eine objektive Meinungsbildung ist so nicht möglich.

Düsseldorf, den 10.11.2020
Dieter Siewertsen
Vorsitzender Freie Heilpraktiker e.V.

Veröffentlicht am 14.11.2020 15:46 Uhr.

©  Ursula Bien & Detlev von Glinski